Zum ersten Mal überhaupt und in diesem Jahr im Herrenbereich als einziges Team aus den deutschen Bundesligen, stellte sich der USV TU Dresden der Herausforderung Czech Open. Wir konnten dabei nicht nur unsere Gegner sondern auch uns selbst einige Male mit tollen Leistungen überraschen.
Bei den Czech Open ist das Niveau nicht nur in den Kategorien „Elite“ und „Pro“ enorm, auch die vermeintlich harmlos klingende Kategorie „Open“ beherbergt jedes Jahr Landesmeister sowie Extra-Liga- und Nationalspieler. So ist es vorher kaum möglich zu sagen, welche Rolle man in dem Turnier spielen kann. In der Vorrundengruppe des USV gab es mit dem Fousek Team (FIN) auf dem Papier zumindest eine echte Granate, den dieses Team war schon mehrfach Halbfinal- und Finalteilnehmer. Mit dem FBC Rokycany (CZE) hatten wir eine uns sehr gut bekannte und mit dem Sauna Club David (CZE) eine ziemlich unbekannte Mannschaft vor der Brust, welche vom Namen her doch eher im skandinavischen Bereich einzuordnen war.
Die Vorrunde im Detail
Zum Auftakt bekamen wir es am Donnerstag mit dem Sauna Club David zu tun. Bereits nach einigen Spielminuten war klar – hier geht was! Die tschechisch-finnisch Mannschaft war körperlich gut aufgestellt und uns spielerisch ebenbürdig und so entwickelte sich ein offenes Spiel. Den Büchsenöffner in ein tolles Turnier gab Kai Richter. Es folgten weitere Treffer von Lars Drießnack und Lars Franke zur zwischenzeitlichen 3:0 Führung nach etwa 20 Spielminuten. Hinten wurden wir danach massiv unter Druck gesetzt. Fels in der Brandung war Neuzugang Jan Kremen zwischen den Pfosten, der den Gegner fast zur Verzweiflung trieb. Das 3:1 bliebt daher nur ein kleiner Schönheitfehler.
Spielprotokoll USV TU Dresden – Sauna Club David
Am späten Nachmittag kam es dann zum Highlight der Vorrunde gegen das Fousek Team aus Finnland. Die Skandinavier zeigten sofort ihre Klasse und dominierten mit viel Ballbesitz. Wir hielten dagegen und verlegt uns auf schnelle Konter. Kurz vor der Pause machte Fousek das 0:2, vollkommen verdient und in dieser Höhe für uns auch etwas schmeichelhaft. Jedoch gab es noch vor dem Pausentee vielleicht das Highlight des Spiels durch Paul Franke, der den Ball in der Mitte klaut, 2 Finnen stehen lässt, den Torwart umspielt und aus eigentlich unmöglichem Winkel trifft. Das sorgte wohl für Respekt auf der finnischen Bank, den wir kamen nun auch etwas besser rein. Unsere Konter wurden immer gefährlicher und es gab mehrere 1 auf 1 und sogar 1 auf 0 Situationen für uns. Nach dem 3:1 der Finnen besorgte erneut Paul Franke das 3:2. Etwa 8 Minute vor Schluss dann wohl die Entscheidung als wir über rechts nach vorne kommen. Kai Richter gewinnt den Ball gegen 2 Verteidiger, verpasst aber das Anspiel in die Mitte und damit die große Möglichkeit zum Ausgleich. Im Gegenkonter macht Fousek das 4:2 und etwas später noch das 5:2. Eine tolle Leistung von uns, insbesondere da Fousek ins Halbfinale einzog und das Viertelfinalspiel beispielsweise mit 5:0 gewinnen konnte. Auch hier Jan Kremen mit unzähligen Paraden die Fousek sicher 3-5 Tore gekostet haben.
Spielprotokoll Fousek Team – USV TU Dresden
Bleibt noch das Entscheidungsspiel gegen Rokycany um Platz 2 in der Gruppe am Freitag Vormittag. Die körperlich extrem starke Mannschaft erwischte uns leider eiskalt als wir wohl noch dabei waren uns zu finden. Bereits nach 2 Minuten stand es 0:2 gegen uns. Danach fingen wir uns nach und nach und spielten gut mit. Trainer Pavel Skazko konnte der Mannschaft wenig vorwerfen, jedoch war in diesem Spiel die Chancenauswertung wirklich eine kleine Floorballkatastrophe. Ein ums andere Mal spielten wir uns teils 100%ige Chancen heraus, fallen wollte nix. Der genaue Gegenentwurf Rokycany machte aus wenig sehr viel. Neben den insgesamt 4 Gegentreffer hatte unser Goalie Jan fast nichts zu halten. Die Niederlage definitiv eine der Kategorie aus der wir viel lernen konnten.
Spielprotokoll USV TU Dresden – FBC Rokycany
Play Off 1/128
Bei den Czech Open entscheidet die Vorrunden Platzierung über den Startplatz in den PlayOffs wo jede Niederlage das sofortige Turnieraus bedeutet. Der Tabellenerste zieht direkt in die Runde 1/32 ein, der Zweite in die Runde 1/64 und der 3. und 4. in die Runde 1/128. Da wir Platz 3 belegten trafen wir zunächst auf einen Gruppenvierten namens „RH Piving“. Dem Namen und dem Auftreten nach eine zusammengewürfelte Mannschaft aus Tschechien mit teils sehr erfahrenen Spielern. Von Beginn an hatten wir das Heft des Handels in der Hand und konnten unseren Gegner gut bespielen. Der RH Piving kam selten gefährlich vor unser Tor und so gab es auch für die Defensive mal die Möglichkeit sich mit ins Offensivspiel einzuschalten. Unsere Tore erzielten Kai Richter (2), Paul Franke und Lars Franke.
Spielprotokoll USV TU Dresden – RH Piving
Play Off 1/64
Allen war klar dass spätestens jetzt alle für uns eventuell machbaren Gegner die Segel gestrichen hatten und das nächste Spiel hart werden würde. Der Turnierbaum hielt als Gegner den „FBC Štíři České Budějovice“ bereit. BUDE…WAS?!? Genau… Nach kurzer Recherche und Aufklärung durch Coach Skazko war klar: 2. Liga in Tschechien, also dritthöchste Spielklasse – wir sind krasser Außenseiter. Das Spiel begann und kurz konnte einem Angst und Bange werden. Budějovice spielte wie die Feuerwehr nach Vorne und kam durch ein etwas gückliches und ein absolutes Traumtor nach bereits 1:37 zum 2:0. Das war keine kalte Dusche sondern die ultimative Ice Bucket Challenge. Wir reagierten sofort und stellten die Defensive um. Und siehe da, es funktionierte. Die Abwehr stand nun bombensicher. Budějovice vielleicht auch etwas zu sicher mit dem 2:0 im Rücken nicht mehr 100%ig im Kopf dabei, verlor nach und nach die Spielkontrolle. Kai Richter besorgte zum richtigen Zeitpunkt das 1:2 und spätestens nach der Halbzeitpause stand das Spiel auf Messersschneide. Budějovice bliebt optisch überlegen, wir hatten die klaren Chancen. Lars Franke und Paul Franke mit jeweils einem 1 auf 0. Kai Richter und Lars Drießnack mit guten Abschlüssen. Die USV Offensive lief warm und hinten gab es ja noch Jan Kremen der 6 Hände zu haben schien. Mit nur noch 5 Minuten auf der Uhr begannen wir den finalen Sturmlauf. Budějovice nur noch hinten drin, schlugen den Ball teils wild nach Vorne. Goalie raus – 6. Feldspieler drauf… Die Letzte große Chance hat Benni Gehlert, der 30 Sekunden vor Schluss einen Ball volley nimmt und knall hart auf Tor bringt. Der Goali wird ohne eigene Reaktion am Helm erwischt. Danach weitere schnelle Abschlüsse, es sollte aber nicht sein. Die Tschechen retten sich mit 1:2 in die Runde 1/32. Wir sind zunächst schwer enttäuscht und schlussendlich aber doch stolz auf solch eine Wahnsinnsleistung.
Spielprotokoll USV TU Dresden – FBC Štíři České Budějovice
Turnierfazit
Wären morgen wieder Czech Open, würden wir jetzt wohl alle die Klamotten packen. Das Team hatte richtig Spaß und sportlich lesen sich unsere Ergebnisse bei dieser Konkurrenz wirklich gut. Das harte Training der letzten Wochen und die Anweisungen vom neuen Coach tragen erste Früchte. Das macht auch Lust auf die neue Saison.
Statistik
| # | Name | Tore | Assists | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 21 | Paul Franke | 3 | 1 | 4 |
| 22 | Martin Brandt | 0 | 0 | 0 |
| 76 | Benjamin Gehlert | 0 | 0 | 0 |
| 74 | Martin Jenicek | 0 | 3 | 3 |
| 53 | Uli Kentsch | 0 | 0 | 0 |
| 19 | Thomas Weschke | 0 | 0 | 0 |
| 84 | Volker Westhaus | 0 | 0 | 0 |
| 7 | Lars Drießnack | 1 | 0 | 1 |
| 4 | Lars Franke | 2 | 1 | 3 |
| 83 | Kai Richter | 4 | 1 | 5 |
| 31 | Jan Kremen | 0 | 0 | 0 |